Ratinger Weststrecke: Zukunft für Duisburgs Mobilität



Ratinger Weststrecke

Eine kluge Anbindung für unsere Stadtteile.

 

 

Worum geht es?

Bis 1983 gab es noch eine direkte Zugverbindung von Duisburg über Wedau nach Düsseldorf. Danach existierte zumindest noch die Verbindung des RB 37 vom Duisburger Hauptbahnhof über Wedau, Bissingheim bis zum Haltepunkt Entenfang, den sog. Entenfangexpress. Dieser wurde im Dezember 2019 zu unserem Bedauern eigestellt. Die Fahrtzeit von Bissingheim zum Hauptbahnhof verlängerte sie dadurch von 7 Minuten auf 24 Minuten, was den ÖPNV natürlich unattraktiv macht. 

Es geht also um die seit Jahrzehnten geplante Reaktivierung der Ratinger Weststrecke (RB 37) als Verbindung  des Duisburger Südens mit Düsseldorf und der Duisburger Innenstadt. Gleichzeitig entsteht mit 6-Seen-Wedau ein neuer Stadtteil für rund 9.000 Menschen – direkt neben Wedau und Bissingheim. Ein gut geplanter Bahnanschluss ist dabei keine Kür, sondern eine Grundvoraussetzung für eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft unserer Stadtteile.

Unsere Forderung

Die ursprüngliche Planung sieht nur einen einzigen Haltepunkt vor – im Norden des Geländes, nahe des künftigen Einkaufszentrums. Für die meisten Bewohnerinnen und Bewohner von Wedau, Bissingheim und dem neuen Stadtteil bedeutet das Wege von bis zu zwei Kilometern. Für Schulkinder morgens im Dunkeln ist das keine zumutbare Lösung.

Der Bürgerverein fordert deshalb zwei Haltepunkte: einen im Herzen des Stadtteils – in Höhe der Straßen „Am See" und „Am Brunnen" – sowie einen zweiten im nördlichen Gewerbe- und Hochschulbereich. Zubringerbusse sind keine Alternative: Sie verursachen dauerhaft Kosten, erzeugen Umwege und werden von der Bevölkerung kaum angenommen.

Was wir getan haben

Seit 2017 führt der Bürgerverein eine beharrliche Korrespondenz mit allen relevanten Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern. Angeschrieben wurden DB Netz AG, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), das NRW-Verkehrsministerium, das Ministerium für Heimat, Bau und Gleichstellung, Oberbürgermeister Sören Link sowie die Universität Duisburg-Essen – zuletzt im September 2021 mit einem gemeinsamen Rundschreiben an alle Mitglieder der Lenkungsgruppe.

Die Universität Duisburg-Essen begrüßte das Anliegen ausdrücklich – eine gute ÖPNV-Anbindung ihres neuen Campus Wedau-Nord sei von zentraler Bedeutung. Das NRW-Verkehrsministerium fördert die Planungsleistungen mit rund 7 Millionen Euro und hat bestätigt, dass die Variante mit zwei Haltepunkten gemeinsam von VRR und Stadt Duisburg geprüft wird.

Der VRR lehnte einen zweiten Haltepunkt im Dezember 2021 mit Verweis auf Kosten und Fahrzeitverlängerungen ab. Wir sehen das als vorläufige, nicht als endgültige Antwort.

Aktueller Stand

Am 29.8.2025 hat die Universität Duisburg/Essen beschlossen, dass die Ingenieurwissenschaften und der Fachbereich Informatik nicht in das Technologiezentrum Wedau ziehen werden. Dies wirkt sich negativ auf die Kosten/Nutzenrechnung der Ratinger Westrecke aus, da tausende Studierende und Beschäftigte der Universität die ÖPNV Verbindung nicht nutzen werden. Auch die Realsierung der geplanten Seilbahnverbindung zum Duisburger Hauptbahnhof ist dadurch unwahrscheinlich geworden. 

Anfang Juli 2026 gab es dann positive Nachrichten: Die Reaktivierung der Ratinger Weststrecke für den Personenverkehr kommt einen wichtigen Schritt voran: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Deutsche Bahn (DB) haben in dieser Woche eine Planungsvereinbarung für die Aufnahme der Leistungsphase 1+ nach HOAI unterzeichnet. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um die nächsten Planungsschritte für eine bauliche Erweiterungen der Strecke auf den Weg zu bringen. Bereits eine vom VRR beauftragte Machbarkeitsstudie hatte die grundsätzliche Durchführbarkeit einer Reaktivierung für den Personenverkehr bestätigt.

Offen ist weiterhin der Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Infrastrukturprojekte dauern bei uns ja häufig sehr lange. Es existieren seitens des VRR Schätzungen, dass es bis zu 25 Jahre dauern kann bis die ersten Züge fahren. Für uns als Bürgerverein bedeutet das, dass es für unsere Bürger zur Zeit wichtiger ist, überhaupt eine schnelle Verbindung nach Duisburg und nach Düsseldorf zu bekommen und dass diese Verbindung möglichst schnell realisiert wird. Dafür werden wir uns mit aller Macht einsetzen. Die Forderungen nach zwei Haltepunkten bleibt weiterhin richtig. 

Unsere Haltung

Ein Stadtteil, der für die nächsten 100 Jahre geplant wird, braucht eine zukunftsfähige Mobilitätsinfrastruktur – keine Kompromisslösung, die in zehn Jahren bereut wird. Wir bleiben hartnäckig. Denn die Menschen, die in Wedau und Bissingheim leben und leben werden, verdienen einen ÖPNV, der wirklich funktioniert.

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