Aussichtsturm Wedau: Geschichte & Wiederauferstehung



Der Aussichtsturm an der Sechs-Seen-Platte

Ein Wahrzeichen, das zweimal geboren wurde.

 

 

1988 – Eine Idee entsteht

Als Wedau 1988 seinen 75. Geburtstag feierte, wuchs aus den Überschüssen der Festwoche ein Wunsch: etwas Bleibendes zu schaffen. Maximilian Graf von Spee schlug einen Aussichtsturm auf dem Hügel an der Sechs-Seen-Platte vor – und spendete spontan das Holz für den Bau. Was folgte, waren Jahre voller Rückschläge: Statikprobleme, explodierende Kosten, zähe Verhandlungen. Doch der Bürgerverein gab nicht auf und fand immer neue Unterstützerinnen und Unterstützer – von der Stadtsparkasse Duisburg über die Gleisbau GmbH bis zur Fa. Hülskens.

1994 – Einweihung

Nach dem Vertragsabschluss mit der Stadt Duisburg im Februar 1994 ging alles schnell. Zimmerleute aus der Eifel errichteten in zwei Wochen eine beeindruckende Holzkonstruktion: 21 Meter hoch, 83 Meter über Normalnull – der höchste begehbare Punkt in ganz Duisburg. 

Eingeweiht wurde der Turm schließlich am 7. August 1994. Oberbürgermeister Josef Krings und Graf von Spee hielten die Festreden, der Kinderchor der GGS Am See sang, die Segelvereine begleiteten das Fest mit einem Bootskorso. Vorsitzender Karl Heinz Müller übergab die Schenkungsurkunde an die Stadt. Ein Fest für den ganzen Stadtteil.

2002 – Die Nacht des Verlustes

Knapp acht Jahre später, am 27. Juli 2002, brannte der Turm nieder – Brandstiftung. Trotz intensiver Ermittlungen und einer Belohnung von 5.000 € blieb der Täter unbekannt. Ein städtischer Neubau wurde ausgeschlossen. Eine Versicherungszahlung von 83.000 € verschwand im Nichts. Die Zusagen der Politik blieben hinhaltend. Und wieder hieß es: warten und kämpfen.

2006 – Auferstehung aus Stahl

Die Beharrlichkeit des Bürgervereins und engagierter Ratsmitglieder zeigte schließlich Wirkung. Diesmal entstand kein Holzturm, sondern eine Stahlkonstruktion: 22 Meter hoch, 18 Quadratmeter Grundfläche, 42 Tonnen schwer – gefertigt von den Technischen Sozialbetrieben von ThyssenKrupp, errichtet von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann. 

Oberbürgermeister Adolf Sauerland, Graf von Spee und Vertreter von ThyssenKrupp feierten die Einweihung am 25. März 2006 gemeinsam mit den Kindern der Wedauer und Bissingheimer Kindergärten, dem Bürgerschützenverein, dem DB-Blasorchester und vielen mehr. Pfarrer Goeke segnete den neuen Turm.

Ein Wahrzeichen war zurück – diesmal für die Ewigkeit gebaut.

Heute

Der Stahlturm steht noch immer an der Sechs-Seen-Platte. Er ist mehr als ein Aussichtspunkt – er ist ein Zeugnis dafür, was Menschen erreichen können, wenn sie hartnäckig füreinander eintreten.

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