Bürgerverein Wedau / Bissingheim
Bürgerverein Wedau / Bissingheim

WAZ vom 09.11.2018

     WAZ vom 04.09.2018        Duisburg Wedau

Riesenandrang zum Infoabend des Bürgervereins. Verbesserungsvorschläge: Supermarkt zu weit weg von den Ortszentren. Haltestelle falsch platziert

Mehr Besucher als die Räume fassen konnten. Das Interesse an der Infoveranstaltung des Bürgervereins Wedau-Bissingheim zu 6-Seen-Wedau war riesengroß.                                                                                       Foto Frank Oppitz

Das Wedauer Pfarrheim St. Joseph platzte aus allen Nähten. Rund 150 Interessenten wollten bei der Informationsveranstaltung des Bürgervereins Wedau-Bissingheim über das geplante Neubaugebiet „6 - Seen- Wedau“ dabei sein. Aber Wolfgang Gebhard und seine Mitstreiter wollten nicht nur informieren - das hatten sie in der Vergangenheit bereits des Öfteren getan - sondern die betroffenen Bürger motivieren, ihre Einwände gegen die Planungen bei der Stadt geltend zu machen. Das geht nur noch bis zum 14. September.

Bis zu diesem Termin liegt der Entwurf des Bebauungsplans im Stadthaus und im Bezirksamt Süd aus. Allein schon die Terminierung der gesetzlich vorgeschriebenen Auslegung hat für Gebhard einen faden Beigeschmack: „Das ist doch kein Zufall, die Pläne ausgerechnet in den Sommerferien auszulegen. Jetzt wird die Zeit für Einsprüche knapp.“ Mit der Aufforderung „Ballern Sie die Verwaltung zu“ animierte er die Anwesenden, von ihrem Recht Gebrauch zu machen.

Musterschreiben zum Runterladen

Technische Hilfe bietet der Bürgerverein auch an. Auf seinem Internet-Portal sind Musterschreiben zu den verschiedenen Themen bereitgestellt, die jeder herunterladen kann.

Argumentationshilfe gab es am Freitagabend reichlich. Neben dem Vorsitzenden nahmen auch sein Stellvertreter Bernd Piplack und Vorstandsmitglied Rudi Grittner die Schwachpunkte des vorläufigen Bebauungsplans ins Visier. Und die gibt es nach Meinung der Wedauer nicht zu knapp.

„Der Nahversorger ist zu weit weg von Wedau und Bissingheim.“

So sieht der Bürgerverein den geplanten neuen Haltepunkt im Norden der Siedlung falsch platziert. „Der muss in Höhe der Straßen ‘Am See’ und ‘Am Brunnen’ realisiert werden“, so Wolfgang Gebhard.          

Wolfgang Gebhard vom Bürgerverein (re.) würde manches anders planen. 

Foto: Frank Oppitz

Dort wäre der neue Kleinbahnhof für die Wedauer und Bissingheimer ohne langen Fußmarsch erreichbar und die Anbindung über die dort vorgesehene Brücke problemlos. Zudem könnte dann die Brücke in Höhe der Nordseite des Blauen Sees entfallen, wie der Bürgerverein auf seiner Internetseite vorschlägt.

Die würde aber eigentlich auch zum neuen Nahversorgungszentrum führen, dass südlich der Wedauer Brücke angesiedelt werden soll. Auch dazu hat Gebhard eine klare Meinung: „Der Nahversorger ist zu weit weg von Wedau und Bissingheim.“ Er schlägt vor, in den alten Ortszentren „Convenience Stores“ (Mini-Märkte) vorzusehen, die vom Betreiber des Nahversorgungszentrums eingerichtet werden sollen.

4000 zusätzliche Pkw erwartet

Bernd Piplack hat sich mit der Individualverkehr-Planung beschäftigt: „So führt das zu einem Verkehrschaos.“ Zwei Haupt-Zufahrten zum neuen Wohngebiet sind vorgesehen. Eine Straße führt von der Wedauer Brücke in die neue Siedlung und die andere von der Wedauer Straße (westlich des Bebauungsgebiets) aus.

„Bei 3000 Wohneinheiten muss man mit 4000 zusätzlichen Pkw rechnen, da sind Staus zu den Stoßzeiten auch in den angrenzenden Bereichen programmiert“, meint Piplack. Ambitioniert scheint der Vorschlag des Bürgervereins, den Verkehr - nach Ertüchtigung der betroffenen Straßen - auch in Richtung Süden bis zur A524 fließen zu lassen.

Wedauer befürchten: Im Sommer wird es eng

Auch das Thema „Ruhender Verkehr“ wurde im Rahmen des Infoabends eingehend diskutiert. „Durch die Umgestaltung der südlichen Masurenallee fallen 185 Parkplätze weg“ erläuterte Wolfgang Gebhard vom Bürgerverein. Dadurch entstehe gerade im Sommer zusätzlicher Parkdruck: „Wo sollen die auswärtigen Besucher denn parken?“ Ein Konzept der Planer kann der Bürgerverein nicht erkennen, es wird befürchtet, dass aufgrund mangelnder Parkmöglichkeiten Alt-Wedau auf Kosten der dortigen Anwohner zusätzlich belastet wird.

Der Vorschlag eines Teilnehmers , die Straße „Am See“ zur Einbahnstraße zu erklären und so die Durchfahrt ab der Masurenallee zu verhindern, fand allgemein Zustimmung. Durch diese Maßnahme würden auch die Grundschule und der Kindergarten geschützt.

Zudem befürchten die Wedauer durch den Bau der 15 Meter hohen Lärmschutzwand zwischen dem Neubaugebiet und der Bahntrasse und der „extrem verdichteten“ Bebauung eine Beeinträchtigung der Frischluftschneise.

Besonders die beiden siebengeschossigen, 25 Meter hohen Gebäude in direkter Ufernähe sind dem Bürgerverein ein Dorn im Auge. Er schlägt vor, die Häuserreihe in unmittelbarer See nähe in Terrassenbauweise zu errichten.

Der Bürgerverein schlägt vor, die Masurenallee bis zum Strohweg als Spielstraße auszuweisen. Zudem möchte er einen Teil der Schrebergärten (“als Lärmpuffer“) belassen.

Rudi Grittner machte deutlich, dass die Bürgereingaben erst bei festgestellten Fehlern im Bebauungsplan rechtlich relevant sind. Aber es sei wichtig, Bedenken geltend zu machen: „Das kann nicht einfach beiseitegelegt werden, die müssen sich damit beschäftigen.“

WAZ vom 30.05.2017

Wunschzettel des Bürgervereins Wedau/Bissingheim ist lang

Foto: Hans Blossey

 Marius Furmann

Bürgerverein Wedau/Bissingheim stellt eigenes Konzept für die Bebauung des ehemaligen Rangierbahnhofs vor - darin auch eine bessere Bahnanbindung

Kaum wird der Bebauungsplan für den ehemaligen Rangierbahnhof Wedau/Bissingheim konkreter, kommt Kritik auf. Der Bürgerverein Wedau/Bissingheim fordert Verbesserungen in einigen Punkten.

  • Bahnanbindung

Derzeit soll der Haltepunkt im Norden der geplanten Siedlung eingerichtet werden. Dies bedeute für die Bissingheimer Bürger und die künftigen Bewohner des Neubaugebiets im ungünstigsten Fall Wege von bis zu zwei Kilometern zum nächsten Bahnhof. Besonders für Schulkinder sei dies in der morgendlichen Dunkelheit eine Zumutung. Der Bürgerverein fordert, den Haltepunkt Wedau/Bissingheim in Höhe der Straßen „Am See“ und „Am Brunnen“ einzurichten. Ein weiterer Haltepunkt solle am Kundenservicecenter an der Masurenallee entstehen, sodass die Gewerbegebiete sowie die Wohngebiete einen adäquaten Zugang zum Schienenverkehr haben.

  • Pkw-Verkehr

Der Bürgerverein schätzt, dass bei 3000 Wohneinheiten mindestens 4000 neue Fahrzeuge in den Stadtteil kommen. Laufe der Verkehr nur über die Wedauer Brücke und die Wedauer Straße, sei ein Verkehrskollaps vorprogrammiert. Auch, weil der Durchgangsverkehr die Route nutzen würde.

Stattdessen solle dieser ab dem Strohweg weiter in Richtung Süden bis zum Lintorfer Waldweg laufen, um den Pkw-Verkehr weiter über die Bissingheimer Straße bis zur A 524 zu leiten. Durch diese Maßnahme würden die Wedauer Straße und die Wedauer Brücke erheblich entlastet werden, da ein Großteil des Verkehrs diese direkte Verbindung zur Autobahn nutzen würde.

  • Naherholung und Sportvereine

Durch die geplante Umgestaltung der südlichen Masurenallee fallen 185 Besucherparkplätze der Sechs-Seen-Platte weg. Der Bürgerverein befürchtet, dass auswärtige Fahrer ihre Fahrzeuge in den Seitenstraßen abstellen. Besonders in den Sommermonaten sei dann kein freier Parkplatz mehr zu finden. Bis zum Strohweg solle die Masurenallee nach Vorstellung des Bürgervereins dann als Spielstraße ausgewiesen werden. Dadurch hielte sich die Lärmbelastung in Grenzen und die Liegewiesen und Strand fielen nicht weg. Ein schöner Naherholungsraum bliebe so erhalten.

  • Gärten

Würde die Masurenallee zwischen dem Strohweg und der Straße „Am See“ zur Spielstraße, böte es sich laut Bürgerverein an, einen Teil der Schrebergärten zu erhalten und die erste Häuserreihe in Terrassenbauweise zu gestalten.

Momentan ist geplant, diesen Abschnitt der Masurenallee für den Autoverkehr zu schließen. Auch die Schrebergärten sollen verschwinden.

Der Bürgerverein beklagt, dass die Vereine rund um den Masurensee nicht mehr mit dem Auto anreisen und ihre Boote transportieren könnten. Bliebe die Straße erhalten, sei es möglich, auch den Wegfall einiger Schrebergärten zu verhindern. Die Gärten dienten zusätzlich als Lärmpuffer. Der Bürgerverein glaubt, dass sich auch für diese Gestaltungsvariante Investoren finden ließen.

WAZ vom 16.05.2017

Von Marius Fuhrmann                                                                        Foto; Müller

Neben dem alten Wedauer Bahnhofsgebäude soll ein Pennymarkt gebaut werden, so der Wille des Eigentümers. Die Stadt favorisiert einen Lebensmittelhändler im Neubaugebiet auf dem Gelände des Rangierbahnhofs Wedau.  Der Bürgerverein wünscht sich einen Lebensmittelmarkt neben dem alten Bahnhof Wedau. Doch die Stadt lehnt ab. Sanierung des Gebäudes ist gefährdet

Die Sanierung des alten Wedauer Bahnhofs steht weiterhin vor großen Hürden. Der Eigentümer, die Abbruchfirma Rau-West, knüpft die Baumaßnahme auf dem Gelände an der Bissingheimer Straße nämlich an Bedingungen. Denn die Unternehmensgruppe Gaschler aus dem Allgäu hat mit Rau West ein Vorkaufsrecht für das Gelände neben dem Bahnhofsgebäude vereinbart. Gaschler will allerdings nur dann kaufen, wenn die Firma dort einen Supermarkt bauen kann.

Geht es nach dem Willen des Bürgervereins Wedau/Bissingheim, soll auf der Fläche neben dem Bahnhofsgebäude eine Filiale des Discounters Penny entstehen.

  • Nicht im Nahversorgungskonzept vorgesehen

Der Bedarf sei in jedem Fall gegeben, sagt Bernd Piplack, der stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins: „Dies ist der ideale Standort für einen Nahversorger für alle Menschen in Bissingheim und Wedau. Und auch, wer von der Autobahn abfährt, kann hier noch schnell mal anhalten.“

Der 800 Quadratmeter große Supermarkt solle neben dem ehemaligen Bahnhofsgebäude gebaut werden, so Piplack weiter. Daneben sei ein Parkplatz mit 62 Stellflächen geplant. Die Zufahrt erfolge den Plänen nach von der Bissingheimer Straße. Die Stadt weigere sich jedoch, die Baugenehmigung zu erteilen. „Es heißt, ein Supermarkt sei an dieser Stelle im Nahversorgungskonzept nicht vorgesehen. Der Bedarf ist allerdings da. Binnen eines Jahres könnte hier ein Markt stehen“, sagt Piplack.

  • Sanierung auf der Kippe

„In der neuen Siedlung ist zwar auch ein Nahversorger geplant. Aber bis dieser Supermarkt steht, vergehen sicher noch mindestens sechs, sieben Jahre“, schätzt er. Es könnten auch zehn Jahre daraus werden, spekuliert Piplack. Auch zwei Märkte in Bissingheim hält er für vertretbar: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Die Stadt sieht dies anders: „Die Ansiedlung eines Nahversorgers außerhalb des geplanten Zentralen Versorgungsbereiches (im Neubaugebiet) würde sowohl die Entwicklung des ZVB als auch die geplante Gesamtentwicklung gefährden“, so ein Stadtsprecher.

Wird der Supermarkt nicht gebaut, steht laut Rau West auch die Sanierung des Bahngebäudes auf der Kippe. Der Kaufvertrag mit der Firma Gaschler kommt nämlich nur zustande, wenn der Markt auch wirklich gebaut werden kann. „Wir haben bereits 250 000 Euro in das Gebäude investiert. Wenn kein neues Geld hereinkommt, kann die Sanierung nicht mehr finanziert werden“, sagt die Geschäftsführung von Rau West.

  • Schandfleck soll endlich verschwinden

„Wir haben auch versucht, einen Termin mit Carsten Tum, dem Baudezernenten der Stadt, auszumachen. Das kam leider nicht zustande“, bedauert Wolfgang Gebhard, der Vorsitzende des Bürgervereins. Ein Schreiben mit einem Bebauungsplan für das Gelände an Oberbürgermeister Sören Link blieb unbeantwortet. Piplack: „Es kann nicht sein, dass man die Bissingheimer derart vernachlässigt.“ Abgesehen davon, geht es darum, endlich den unansehnlichen Schandfleck an der Einfahrt nach Wedau zu sanieren.

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