Bürgerverein Wedau / Bissingheim
Bürgerverein Wedau / Bissingheim

WAZ vom 16.05.2017

Von Marius Fuhrmann                                                                        Foto; Müller

Neben dem alten Wedauer Bahnhofsgebäude soll ein Pennymarkt gebaut werden, so der Wille des Eigentümers. Die Stadt favorisiert einen Lebensmittelhändler im Neubaugebiet auf dem Gelände des Rangierbahnhofs Wedau.  Der Bürgerverein wünscht sich einen Lebensmittelmarkt neben dem alten Bahnhof Wedau. Doch die Stadt lehnt ab. Sanierung des Gebäudes ist gefährdet

Die Sanierung des alten Wedauer Bahnhofs steht weiterhin vor großen Hürden. Der Eigentümer, die Abbruchfirma Rau-West, knüpft die Baumaßnahme auf dem Gelände an der Bissingheimer Straße nämlich an Bedingungen. Denn die Unternehmensgruppe Gaschler aus dem Allgäu hat mit Rau West ein Vorkaufsrecht für das Gelände neben dem Bahnhofsgebäude vereinbart. Gaschler will allerdings nur dann kaufen, wenn die Firma dort einen Supermarkt bauen kann.

Geht es nach dem Willen des Bürgervereins Wedau/Bissingheim, soll auf der Fläche neben dem Bahnhofsgebäude eine Filiale des Discounters Penny entstehen.

  • Nicht im Nahversorgungskonzept vorgesehen

Der Bedarf sei in jedem Fall gegeben, sagt Bernd Piplack, der stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins: „Dies ist der ideale Standort für einen Nahversorger für alle Menschen in Bissingheim und Wedau. Und auch, wer von der Autobahn abfährt, kann hier noch schnell mal anhalten.“

Der 800 Quadratmeter große Supermarkt solle neben dem ehemaligen Bahnhofsgebäude gebaut werden, so Piplack weiter. Daneben sei ein Parkplatz mit 62 Stellflächen geplant. Die Zufahrt erfolge den Plänen nach von der Bissingheimer Straße. Die Stadt weigere sich jedoch, die Baugenehmigung zu erteilen. „Es heißt, ein Supermarkt sei an dieser Stelle im Nahversorgungskonzept nicht vorgesehen. Der Bedarf ist allerdings da. Binnen eines Jahres könnte hier ein Markt stehen“, sagt Piplack.

  • Sanierung auf der Kippe

„In der neuen Siedlung ist zwar auch ein Nahversorger geplant. Aber bis dieser Supermarkt steht, vergehen sicher noch mindestens sechs, sieben Jahre“, schätzt er. Es könnten auch zehn Jahre daraus werden, spekuliert Piplack. Auch zwei Märkte in Bissingheim hält er für vertretbar: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Die Stadt sieht dies anders: „Die Ansiedlung eines Nahversorgers außerhalb des geplanten Zentralen Versorgungsbereiches (im Neubaugebiet) würde sowohl die Entwicklung des ZVB als auch die geplante Gesamtentwicklung gefährden“, so ein Stadtsprecher.

Wird der Supermarkt nicht gebaut, steht laut Rau West auch die Sanierung des Bahngebäudes auf der Kippe. Der Kaufvertrag mit der Firma Gaschler kommt nämlich nur zustande, wenn der Markt auch wirklich gebaut werden kann. „Wir haben bereits 250 000 Euro in das Gebäude investiert. Wenn kein neues Geld hereinkommt, kann die Sanierung nicht mehr finanziert werden“, sagt die Geschäftsführung von Rau West.

  • Schandfleck soll endlich verschwinden

„Wir haben auch versucht, einen Termin mit Carsten Tum, dem Baudezernenten der Stadt, auszumachen. Das kam leider nicht zustande“, bedauert Wolfgang Gebhard, der Vorsitzende des Bürgervereins. Ein Schreiben mit einem Bebauungsplan für das Gelände an Oberbürgermeister Sören Link blieb unbeantwortet. Piplack: „Es kann nicht sein, dass man die Bissingheimer derart vernachlässigt.“ Abgesehen davon, geht es darum, endlich den unansehnlichen Schandfleck an der Einfahrt nach Wedau zu sanieren.

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